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Winterlicher Eintopf

Mal ganz ehrlich! Würdest du dir im Restaurant einen Eintopf bestellen? Nein?! Ich auch nicht! Aber warum eigentlich nicht? Eintöpfe sind doch sowas von herrlich, gerade wenn es draußen kalt ist. Außerdem sind sie wahnsinnig wandelbar. Ein wenig regionales Saisongemüse, frische Petersilie und wer Fleisch isst, kann als Suppeneinlage kleine Hackbällchen formen. Für Vegetarier kann ich selbstgemachte Grießnockerl wärmstens empfehlen. Aber Vorsicht, die haben Suchtpotential. Als Kind war ich ein großer Fan vom Linsen- und Erbseneintopf. Dazu ein leckeres Schwarzbrot [die Nordlichter haben es in Graubrot umgetauft] und die Welt war perfekt. Eine lange, lange Zeit aß ich überhaupt keine Suppen und Eintöpfe mehr. Einen richtigen Grund dafür gab es nicht. Mit meinem Freund änderte sich das schnell wieder. Er ist bekennender Liebhaber von echter und deftiger Hausmannskost und wenn etwas zur Hausmannskost zählt, dann jawohl Suppen und Eintöpfe. Wisst Ihr was das Geheimnis von einem perfekten Eintopf ist? ZEIT! Ganz simple, viel Zeit. Diesen Eintopf habe ich heute Morgen schon aufgesetzt. Direkt nach dem Frühstück wurde das Gemüse geschnippelt und durfte dann, leicht bedeckt vom Wasser, über mehrere Stunden leicht köcheln. Dazu kam lediglich eine Brise Salz und frische Kräuter. Nach zwei Stunden, hatte das Kochwasser schon den perfekten Eintopfgeschmack und musste nur ganz leicht verfeinert werden. Die gesamte Wohnung roch nach Steckrüben und Sellerie [Ich liebe das ja total] und die Küche glich einem Dampfbad. Daher ein guter Tipp von mir, kippe beim Kochen ein Fenster, ansonsten kannst du sie nach dem Schlemmen nämlich gleich noch putzen. Fazit: Für mich gehören Eintöpfe zum Winter, wie das Horn ans Einhorn. In diesem Sinne, viel Spaß mit meinem Rezept und einen guten Appetit.

Rezept für sechs Personen,

  • Bund Petersilie
  • Majoran
  • 1/4 Knollensellerie
  • 400g grüne Bohnen [frisch]
  • 5 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 Porree
  • 7 Möhren
  • 7 Steckrüben
  • 1-2 EL [hefefreie] Gemüsebrühe aus dem Bioladen
  • 800g Hackfleisch
  • 4 mittelgroße Eier
  • 8 EL Paniermehl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Hackfleischgewürz

Zuerst die Petersilie fein hacken, das Gemüse [außer die Bohnen] und die Kartoffeln waschen und schneiden. Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Steckrüben schälen. Alles in einen großen Topf geben, mit Wasser bedecken und salzen. Einen weiteren Topf mit Wasser bereitstellen. Die Enden der Bohnen abschneiden und den verwertbaren Rest für zehn Minuten ins kochende Wasser geben. Danach kurz mit sehr kaltem Wasser abschrecken und im großen Gemüsetopf weiter bei niedriger Temperatur vor sich hin köcheln lassen, bis das Kochwasser einen leckeren Geschmack hat und das Gemüse weich ist. Zuletzt mit etwas hefefreier Brühe abschmecken.

Das Hackfleisch in eine große Schüssel geben und Eier, Salz, Pfeffer, Paniermehl sowie Hackfleischgewürz gut miteinander vermengen. Anschließend Golfball große Hackbällchen daraus formen. Die Hälfte davon kommt jetzt in den Eintopf und darf bei niedriger Temperatur für circa zwölf Minuten, bei geschlossenem Deckel, garen - aber nicht kochen. Die zweite Hälfte wird in der zweiten Etappe zubereitet [aus Platzgründen]. Jetzt sollte der Eintopf toll duften, lecker schmecken und schön heiß sein. Guten Appetit.

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